Ängste überwinden

Was ist eine Angststörung?

Angst bringen wir uns selber bei

Eine Angststörung entsteht, weil wir uns das Fürchten beibringen. Wir benutzen vergangene Erfahrungen, um uns auf die Zukunft vorzubereiten. Im Falle der Angststörung meinen wir, uns durch unsere Befürchtungen vor zukünftigen Erfahrungen von Angstgefühlen schützen zu können. Genau an dieser Stelle machen wir den Denkfehler, der uns in die Angststörung führt. Hier gehen Denken und Gefühl getrennte Wege und die Krankheit beginnt. Genau hier können wir ansetzen, um die Angststörung im Ansatz zu erreichen. Wir müssen uns unseren Ängsten stellen und erkennen, was sie sind: aufgeblähte und falsche Vorstellungen von normalen Situationen in unserem Leben, die wir als belastend empfunden haben.

Indem wir uns klarmachen, dass wir nur Erfahrungen machen können und uns nichts als das passieren kann, könne wir uns aus der Angst heraus entwickeln. Es ist immer wieder nur die alte Vorstellung in unserem Kopf, die wir auf die neue Situation kopieren. In dem Moment, in dem wir uns für die Annahme der Situation entscheiden, wie sie ist, haben wir schon gewonnen. Die Angst kann uns nichts anhaben. Wir beobachten unsere Gedanken und erkennen, dass hier die Ursache für unsere vielleicht sehr starken Gefühle der Angst liegen. Wir lernen unsere Gedanken umzuformulieren. Wir lernen die Gefühle anzunehmen und sie lösen sich nach und nach in Wohlgefallen auf.

Der Angst ins Auge schauen beseitigt ihre Macht

Angst ist eine Schimäre, je genauer wir hinschauen, desto leichter löst sie sich auf. Angst ist wie ein Schatten, der bei Licht besehen einfach verschwindet. Die Facetten der Angst sind so vielfältig wie wir Menschen. Angst gehört grundsätzlich zu unserer Existenz als Menschen. Wenn Angstgefühle unsere Gedanken und Handlungen zu beherrschen beginnen, ist es Zeit, die eigene Sicht- und Denkweise zu ändern.

Die Veränderungen durch Angst in unserem Körper sind vielfältig. Zentrales Organ, sozusagen die Alarmzentrale, ist der Mandelkern (Amygdala) im Gehirn. Dieses Organ bezieht seine Informationen zur Festlegung der Alarmstufe aus körperlichen Meldungen sowie der Bewertung und dem Wert der Aufmerksamkeit, den wir diesen Gefühlsmeldungen schenken. Angst ist das am leichtesten hervorzurufende Gefühl. Gerade im Entzug von Abhängigkeiten kommt es zu zahlreichen fehlerhaften Schaltungen in den Netzwerken unseres Nervensystems, und sehr naheliegend ist es, diese Gefühle als beunruhigend zu interpretieren. Das ist ein Fehler und ungünstig. Besser ist es, diese Gefühle nur kurz wahrzunehmen und sich abzulenken. Subakute Vergiftungen mit Schwermetallen und Umweltgiften scheinen starken Einfluß auf die Entwicklung von Angststörungen zu haben. Es ist günstig, auch diese Ebene durch die hier vorgestellte Methode von Stopp der Vergiftung und Leeren der Speicher anzugehen.

Diese Irritationen, mit dem unser komplexes Nervensystem sehr fehlertolerant umgehen kann, vergehen von selbst wieder und müssen ignoriert werden, da sich Fehlschaltungen sonst verfestigen und die Quälerei bleibt. Unser Bewusstsein, unser Geist und unser Verstand haben eine körperliche Verrechnungsebene, nämlich das Gehirn und das Nervensystem. Dieses System hat bekanntermaßen die komplexeste Struktur, die es gibt. Es sind im Grunde viele Nervensysteme, die kompliziert miteinander kommunizieren. Im Entzug und bei Entgiftung wird das System Mensch empfindlich und ohne Eingriffsmöglichkeit auf der untersten Ebene, der Chemie der Nerven, gestört. Diese Störungen darf man sich selbst nicht anlasten. Sie sind vorübergehend und nur mühsam zu ändern. Die Fehlschaltungen durch die sich normale Gefühle in wahre Monster verwandeln, brauchen Zeit und Übung, um wieder zweckmäßige Verschaltungen zu werden. Das Gehirn baut bei Herausforderungen ständig neue Schaltverbindungen. Diese Neuroplastizität, die auch im hohen Alter noch neue Verbindungen aufbaut, heißt Lernen. Um uns von alten und falschen „Verdrahtungen“ zu lösen, müssen wir neu lernen. Je mehr uns dieses Lernen fordert, um so besser. Der durch Lernen ausgelöste Eustress, also gesunde Herausforderungen, führt zu Anpassungen im Nervensystem, die neue Vernetzungen, neue Gefühle und neues Denken bewirken. Wir entlasten alte Muster in der Denkstruktur, indem wir uns neuen Tätigkeiten stellen.

Wie äußern sich Panikattacken?

Ein Sonderfall in der Angststörung sind Panikattacken. Ich habe Panikattacken erlebt. So unangenehm und belastend diese Anfälle sind, so harmlos sind sie doch. Es fühlt sich an, als wenn eine Angst alle Alarmmöglichkeiten im Körper aktiviert. Schweiß bricht aus, und das Herz klopft heftig. Ich hatte das Gefühl, im Kopf wäre etwas durchgebrannt. Eine Panikattacke ist endlich. Entscheidend ist, nicht durch Furcht die Attacke zu verstärken. Calm your emotions! Bei einem solchen Anfall heißt es: “Gefühle dämpfen“. Nicht hineinsteigern, sondern ruhig atmen und bestmöglich versuchen zu entspannen. Unbewusst haben wir eine Fehlvernetzung gefunden, die uns in extremen Alarm versetzt. Wir können durch intensives Üben tiefer Entspannungstechniken auch dieses Phänomen wieder verlernen. Ich empfehle die Methode von Charles Linden (www.charles-linden.com).

Was ist ein posttraumatischen Stresssyndrom?

Im Entzug können wir Situationen als extrem schwierig erleben. Auch aus diesem Grund muss ein Entzug langsam und sorgfältig gemacht werden. Dies geschieht aufgrund körperlicher, biochemischer Ungleichgewichte in unserem Gehirn und Nervensystem. Aus solchen Erlebnissen formt sich die postraumatische Stressstörung oder das posttraumatische Stresssyndrom (PTSD) oder die posttraumatische Belastungsstörung. Wie alle Störungen im Zusammenhang mit Entzügen können auch diese Stresserlebnisse umerlebt und überwunden werden.

Es gibt im Prinzip nur zwei Basisgefühle: Angst und Liebe. Alles andere sind Schattierungen daraus. Alle Krankheit resultiert aus Gefühlen der Angst. In dem wir unsere Gefühle bearbeiten, können wir die Resultate überwinden. Starke Angst kann lange nachwirken, aber nicht wirklich schaden.

Was steckt hinter einer Zwangsstörung

Wenn wir ständig nachschauen, ob wir den Herd ausgeschaltet haben oder die Tür auch wirklich abgeschlossen ist, könnte es sein, dass unsere Furcht vor Fehlern unsere Konzentration übersteigt. Wenn wir die Wohnung nicht verlassen können, ohne alle Stecker aus den Steckdosen gezogen zu haben, spätestens dann spricht man von Zwangsstörung. Unser Bedürfnis, alles zu kontrollieren, hat dann eine belastende Form angenommen. Als Ausweg bietet sich eine Therapie immer dann an, wenn wir es alleine nicht schaffen, trotz Erkennen dieses Zwanges, unser Verhalten zu ändern. Die Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Ängsten kann uns befreien. Wenn wir das akzeptieren, was schlimmstenfalls passieren kann, und dann versuchen, dies zu vermeiden, nimmt unser Verhalten wieder die Leichtigkeit an, die zum Leben gehört.

Warum kommt es zu Phobien

Eine Phobie ist eine unbewusste Angst vor beliebigen Gegenständen oder Situationen. Kennzeichen ist immer ein Auslöser für die üblichen Angstgefühle wie Herzrasen, Schweißausbrüchen und Gedankenkontrollverlust. Die Verhaltenstherapie leistet sehr gute Arbeit in der Bewältigung dieses Problems.

Empfehlung: Die Linden-Methode