Was mir die Haarmineralanalyse zeigte
Ausgangslage: „Metallfrei – und jetzt?“
Nach der Entfernung aller alten Zahnmaterialien war mir eine endgültige Versorgung zunächst zu riskant. Ich richtete meinen Fokus auf Entgiftung, Nährstoffbasis, Bewegung und Regeneration – langsam, geduldig, in klaren Schritten.
1) Nährstoff-Basis: was half – und was mich reizte
Mineralien
- Calcium/Magnesium (DolAlex, Muschelkalk):
Steigerte meine Vitalität, machte mich aber unruhiger (Schlaf schlechter).
Konsequenz: feiner dosieren, Pausen einbauen und Bedarfsfenster achten. - Calcium über Milch:
Praktisch, aber nur situativ vertragen – ich achtete eng auf Körperfeedback. - Elektrolyte (K, Mg, Ca, Na):
Unterdosierung führte zu spontanen Einbrüchen. Mit der Zeit konnte ich die Typ-Symptome zuordnen und gezielt ausgleichen. - Zink:
Lange schwierig; Zinkpicolinat half, Zinkorotat später noch besser und Zinkbisglycinat ist bestens.
Erkenntnis:
Natürliche Quellen und verträgliche Bindungsformen (z. B. Chelate/Glycinat) waren für mich günstiger als „harte“ Supplement-Kuren. Vollwertig essen + einzelne Schwerpunkt-Lebensmittel (magnesiumreich) → gute Wirkung ohne Nebenwirkungen.
2) Lebensstil: zuerst regulieren, dann beschleunigen
- Ernährung: vollwertig, reizarme Grundstruktur, individuell getestet.
- Bewegung: Lauftraining langsam aufgebaut; Yoga und Autogenes Training als Nervensystem-Anker.
- Schwitzen/Sonne: sanft begonnen – half spürbar.
In der Klinik hatte ich gelernt: Den an sich guten Zustand „noch besser“ machen zu wollen, kann psychologisch kippen. Also: Ruhe bewahren, Fortschritt zulassen.
3) Jahr 1 nach Zahnsanierung: Zuversicht & Daten
- Laufen: wieder 3×/Woche möglich.
- Yoga/AT: mehr Konzentration, innere Ruhe, Gelassenheit.
- Schlaf: wechselhaft, aber insgesamt aufwärts.
- Fachlektüre: Daunderer, Cutler, Mutter, Klinghardt, Shade, Runow u. a. – gab mir Landkarten für meinen Weg.
Objektivierung: Haar- & Blutanalysen
Ich ließ Haarmineralanalysen (vor der Sanierung) sowie Vollblut bestimmen – es zeigten sich Verschiebungen(essentielle Mineralien) und erhöhte Schwermetalle. Das gab mir Rückhalt gegenüber dem „Nur Psyche“-Narrativ.
- 2013: (PDF)
http://spiritusliber.de/wp-content/uploads/2020/11/Ulf-Haaranalyse-4.6.2013.pdf - 2014: (PDF)
http://spiritusliber.de/wp-content/uploads/2020/11/Ulf-Haaranalyse-27.10.2014.pdf - 2016: (PDF)
http://spiritusliber.de/wp-content/uploads/2020/11/Ulf-Haarmineralanalyse-2016.pdf
4) Methoden-Check: was ich ausprobierte – und wie ich reagierte
Ausprobiert & verworfen
- Chlorella (Bio):
Wirkung zu stark/zu schnell → Abbruch nach wenigen Tagen. - Ziegenmolke (empf. Klinghardt):
Für mich No-Go (vermutlich wegen Cystein; bei Schwermetallbelastung oft ohnehin hoch). - Medizinische Kohle:
Schnelle Linderung, aber bindet stark auch Gutes → für mich nicht als Langzeitstrategie.
Cutler-Protokoll (DMPS/DMSA/ALA)
- DMPS/DMSA:
Trotz Protokoll Herzschmerzen und Rhythmusstörungen (Pulsuhr dokumentierte) → Vertrauen verloren; für Langzeitentgiftung bei mir ungeeignet. - ALA (racemisch):
Start bei 1 mg alle 3 h (72 h) → viele Runden bis 3 mg; Nebenwirkungen zu stark.
Mein Fazit:
Für meinen Körper waren diese mobilisierenden Protokolle zu ruppig. Ich brauchte sanfte, bindungsstarke Wege.
5) Zahnversorgung: langsam, biokompatibel, mit Tests
Nach Konsolidierung ließ ich endgültig versorgen (anfangs kurze Irritationen, dann ruhig).
Biodentin als Unterfüllung/Provisorium bewährte sich, später Lithiumdisilikat-Keramik.
Klebstoffe testete ich vorab sensorisch (individuelle Verträglichkeit!).
6) Schwitzen: Mini-IR vs. klassische Sauna
- Mini-Infrarot-Sauna: gut, aber zu schwach für mich.
- Klassische Sauna (≤ 2 m²): sehr angenehm, klarer Nutzen – ich blieb dabei.
7) Game-Changer: MCP & Haferflocken-Zyklen
MCP (Modifiziertes Citruspektin)
Ab dem Einstieg mit MCP konnte ich sichtbar schneller und verträglicher entgiften. Fortschritte wurden stabil.
Haferflocken – simpel, aber wirksam
Wiederentdeckt als verträglicher „Alltagsbinder“:
- Protokoll: mehrere Tage regelmäßig essen → dann mehrere Wochen konsequent weglassen.
- Effekt: spürbar entlastend.
Wow-Moment: ein Lebensmittel mit toller Wirkung, wenn klug zyklisiert.
8) Heute (7 Jahre nach Sanierungsbeginn; Sanierung dauerte ~1,5 Jahre)
Ich bin praktisch durch mit der Entgiftung:
- voll belastbar, wunderbarer Schlaf mit Traumerinnerung
- sehr gute körperliche Form – meine Masseurin meinte, ich hätte den Körper eines 20-Jährigen
- (mit Augenzwinkern) die alte These, Quecksilber halte „jung“ – ich verbuche es lieber unter Fitness, Ernährung, Schlaf & Regulierung 😉
Ich plane präventiv mehrmals jährlich kurze Entgiftungsphasen – schlicht, um bei Umweltbelastungen nicht „vollzulaufen“.
Essenz: Das jetzige Wohlbefinden war jede Mühe wert.
Ich habe keine Angst mehr vor Krankheiten – Zusammenhänge von Gesundheit und „artgerechter Haltung“ sind mir klar.
Und ja: Wer „nur“ leichte Beschwerden hat, hat manchmal zu wenig Leidensdruck, um tief zu gehen – ich hatte ihn leider, aber es führte mich raus.
9) Update nach 10 Jahren: besser als erwartet
- Sehvermögen: von −2,75/−4,75 auf −1,5/−2,5 – oft ohne Brille gut, keine Lesebrille nötig.
- Schlaf: traumreich, erinnerbar.
- Fitness: Bestform mit 61; VO₂/kg fast wie früher zu Marathonzeiten.
- Körperzusammensetzung: von 74 kg auf 86 kg, Muskelaufbau, mehr Beweglichkeit.
- Sinne: Schmecken/Riechen top, alles wieder verträglich.
- Venen: alte Krampfader per Kochsalz beim HP verödet (problemlos).
- Psyche: Gelassenheit in Stresssituationen, ruhige Argumentation statt Alarm.
10) Symptomverlauf – geordnet nach Systemen
(traten im Verlauf auf – manche wiederholt, andere einmalig – und gingen wieder)
Schlaf/Nervensystem
- Ein- und Durchschlafstörungen bis Schlaflosigkeit, nächtliches Aufwachen
- Kopfnebel, Vergesslichkeit/Wortfindung, Namen/Zahlen/Termine
- Ängste (generalisiert), Panikattacken, Unruhe, depressive Phasen
- Tinnitus
- Sehstörungen/Fokussierung, Flimmern
- Schwindel, schlechter Gleichgewichtssinn
Kreislauf/Herz & Gefäße
- Blutdruck- und Pulsschwankungen, Stolpern/Rasen
- Durchblutungsstörungen, Krampfadern
Muskeln/Bewegungsapparat
- Nacken-/Rückenverspannungen, Schmerzen, Kalkschulter
- Haarrisse am Schienbein
- Schwach belastbar, wenig Kraft (später deutlich verbessert)
Haut/Schleimhäute/Ohren
- Keratosen, Warzen, Fußpilz, Akne (Hinterkopf)
- Mittelohrentzündung, Schluckbeschwerden, Gehörgangsverspannungen
- Zungenbelag
Verdauung/Stoffwechsel
- Durchfall, Blähungen, Blähbauch, Kopfschmerzen/Kopfbrennen
- Chemikaliensensitivität, Probleme mit bestimmten Wässern
- Schmales Kochsalz-Fenster
- Kalzium-Unverträglichkeit/Mangelerscheinungen
Thermotoleranz/Umwelt
- Hitze- und Kälteunverträglichkeit
- Höhenluft: Beschwerden > 800 m und nach Flügen
Soziales & Stress
- Stressempfindlichkeit, auch sozial/Beziehung
Medikamentenempfindlichkeit
- u. a. Antibiotika, Analgetika (ASS, Paracetamol)
11) Meine Lessons Learned
- Basis vor Strategie: Schlaf, Ernährung, Bewegung, Mineralien – stabil machen.
- Sanft entgiften: Bindung (MCP, Hafer-Zyklen) > aggressive Mobilisation.
- Zahnthemen zuerst klären, dann entgiften – Materialverträglichkeit ist individuell.
- Zyklen & Pausen: on/off ist oft wirksamer als Dauerregime.
- Langsam steigern, Körperfeedback ernst nehmen, Tagebuch führen.
- Schwitzen (klassische Sauna) + Elektrolyte: simpel, aber stark.
- Mindset: Akzeptanz senkt Reibung; Geduld multipliziert Wirkung.
12) Ausblick & Haltung
Ich bleibe bei präventiven Kurz-Entgiftungen über das Jahr – niedrigschwellig, alltagstauglich.
Mein Körper ist wieder mein Verbündeter.
Und das – nach diesem Weg – fühlt sich frei an.